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CT-Scan einer Schwertklinge

CT-Scan einer Schwertklinge

CT-Scan eines Schwertgriffs

CT-Scan eines Schwertgriffs

3D-Ansicht eines Knaufs

3D-Ansicht eines Knaufs

Frühmittelalterliche Schwerter - moderne Computertomografie

 

Archäologische Funde werden ausgegraben, konserviert, analysiert, datiert und schließlich im Museum präsentiert. Inzwischen gibt es durch Methoden, die aus der Medizin bekannt sind, völlig neue Möglichkeiten, die Funde zum Sprechen zu bringen. Die Computertomografie – kurz: CT – ermöglicht das dreidimensionale Röntgen von Fundstücken. Ohne die Preziosen zu beschädigen, kann so in ihr Innerstes geschaut werden, um neue Erkenntnisse zu ihrer Herstellungstechnik zu gewinnen. Die Altertumskommission fördert die Anfertigung dieser computertomografischen Scans und ihre Auswertung. 

Auf diese Weise wurden Schwerter, die in Gräbern aus dem frühen Mittelalter gefunden wurden, untersucht. Auf den Scans lässt sich jedes Detail der Klingen und der Schwertscheiden exakt ablesen – früher hätte man die antiken Waffen dafür zerstören müssen. Erste Ergebnisse eines großangelegten Projektes lassen eine hochspezialisierte Schmiedekunst erkennen, deren Werkstätten es noch zu entdecken gilt.

3-D-Animation zur Entstehung einer frühmittelalterlichen Spatha mit Schweißmustern auf der Klingenoberfläche

Der Film zeigt schematisch die einzelnen Herstellungsschritte bei der Entstehung einer frühmittelalterlichen Spatha, die im Schweißverbundverfahren gefertigt wird.

Erstellung der Animation: maßwerke GbR

3-D-Animation vom Griff einer frühmittelalterlichen Spatha aus Bocholt-Lankern

Die Animation zeigt das nachkolorierte 3-D-Modell des computertomografisch untersuchten Griffbereichs der Spatha aus Grab 143 von Bocholt-Lankern.

Erstellung der Animation: Volume Graphics GmbH

Literatur

U. Lehmann, Wurmbunte Klingen. Studien zu Konstruktion, Herstellung und Wertigkeit der frühmittelalterlichen Spatha in Westfalen. Veröffentlichungen der Altertumskommission für Westfalen 21 (Münster 2016).

U. Lehmann, Die Spatha des Fürsten von Krefeld-Gellep. In: S. Kronsbein/M. Siepen (Hrsg.), Beiträge zur Archäologie des Niederrheins und Westfalens. Festschrift für Christoph Reichmann zum 65. Geburtstag. Niederrheinische Regionalkunde 22 = Schriftenreihe des Vereins der Freunde der Museen Burg Linn e. V. 3 (Krefeld 2015).

U. Lehmann, Nicht nur schöner Schein - Neues zu Ringschwertern aus Krefeld-Gellep und Westfalen. Archäologie in Westfalen-Lippe 2013, 168-171.

U. Lehmann, Neues zu den ältesten Eisenschwertern aus Westfalen. Archäologie in Westfalen-Lippe 2013, 165-168.

U. Lehmann, Studien zu frühmittelalterlichen Schwertschmiedetechniken mittels 3-D-Röntgen-Computerromografie. In: A. Hauptmann, O. Mecking & M. Prange (Hrsg.), Archäometrie und Denkmalpflege 2013. Jahrestagung an der Bauhaus Universität Weimar, 25.-28. September 2013. Metalla Sonderheft 6 (Bochum 2013) 38-43.

U. Lehmann, Projekt zur frühmittelalterlichen Spatha in Westfalen. Archäologie in Westfalen-Lippe 2012, 2013, 218-221.

U. Lehmann/E. Müsch, Schwert und Scheide - frühmittelalterliche Saxe aus Porta Westfalica-Barkhausen. Archäologie in Westfalen-Lippe 2012, 2013, 225-228.

U. Lehmann/E. Müsch, Spatha oder Sax? CT-Untersuchungen eines Schwertes aus Haltern-Flaesheim. Archäologie in Westfalen-Lippe 2010, 2011, 118-121.

U. Lehmann, Nachbau einer frühmittelalterlichen Schwertscheide nach Originalbefunden aus Bad Wünnenberg-Fürstenberg. In: Th. Otten u. a. (Hrsg.), Fundgeschichten - Archäologie in Nordrhein-Westfalen. Schriften zur Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen 9 (Mainz 2010) 383-385.

U. Lehmann, Eine merowingerzeitliche Spatha mit Scheide aus Bad Wünnenberg im CT-Scan. Archäologie in Westfalen-Lippe 2009, 2010, 185-188.