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Plan der Hünenburg bei Bielefeld von 1901 (Altertumskommission für Westfalen/Archiv).

Die Hünenburg bei Bielefeld

Die Hünenburg befindet sich ca. 4 km südwestlich von Bielefeld auf einem der höchsten Gipfel des Teutoburger Waldes. Eine nach Westen vorspringende Bergnase erlaubt einen weiten Ausblick in die Westfälische Bucht. Heute erscheint sie als in flachen Terrassenstufen erkennbarer Ringwall.

Eine erste Vermessung der Wallreste fand bereits im Jahre 1901 statt, bevor 1910 und 1913 archäologische Ausgrabungen auf dem Areal durchgeführt wurden. Leider war ein größerer Teil der Anlagen zu diesem Zeitpunkt schon durch einen mittelalterlichen Steinbruch sowie Baumaßnahmen am Ende des 19. Jahrhunderts unwiederbringlich zerstört. Auch in weiterer Folge zerstörten bis in die 1970er-Jahre einige Bauvorhaben, die immerhin archäologisch begleitet wurden, immer größere Teile der Anlage, bevor diese 1986 als Bodendenkmal offiziell unter Schutz gestellt wurde.

Nähere Informationen zur Anlage

Aufbau & Befunde

Die älteste Mauer auf dem Bergsporn bestand aus einer Konstruktion aus Holzpfosten und dahinter aufgestapelten Baumstämmen, die im Anschluss mit einer Trockenmauer aus Stein verblendet wurde. Sie wurde durch eine Brandkatastrophe zerstört, die höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Belagerung zu sehen ist.

Bald nach dem Brand wurde die Mauer wiedererrichtet, allerdings in abgewandelter Weise als Holz-Erde-Mauer. In dieser Form dürfte die Mauer bis zu ihrem natürlichen Verfall bestanden haben.

Die Radiokarbon-Untersuchung von verkohlten Holzresten datiert diese in das 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr., also in die vorrömische Eisenzeit.

Digitales Geländemodell der Hünenburg bei Bielefeld (Quelle: GeoBasis NRW bearb.).

Funde

Im Areal der Burg gab es kaum archäologische Funde. Die wenigen Keramikscherben lassen sich typologisch in das 4. bis 3. Jahrhundert v. Chr. verorten, was die Datierung der Anlage in die vorrömische Eisenzeit stützt. Die geringe Menge an Funden lässt vermuten, dass die Hünenburg für die angrenzenden Siedlungsareale als Fluchtburg gedient hat. Neben diesen Keramikfragmenten konnten einige jungsteinzeitliche Feuersteingeräte aufgefunden werden, die aus der Zeit vor der Errichtung der Wallburg stammen.

Funde der Ausgrabungen von 1910-14 auf der Hünenburg (nach Lange).

Literatur

K. Günther, Die Hünenburg, Kreisfreie Stadt Bielefeld. Frühe Burgen in Westfalen 4² (Münster 2001).

Weiterführende Literaturauswahl

K. Günther, Die Hünenburg, Kreisfreie Stadt Bielefeld. Frühe Burgen in Westfalen 4 (Münster 1984).

F. Langewiesche, Ausgrabungen auf der Hünenburg bei Bielefeld. Korrbl. Gesamtver. d. Dt. Gesch.- u. Altert.-Ver. 60, 1912, 75.