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Lageplan von Burg Mark von 1688 (Staatsarchiv Münster, Kartensammlung, Reg.-Bez. Arnsberg Nr. 61 Blatt 1).

Burg Mark in Hamm

Burg Mark, die teilweise auch als Haus Mark bezeichnet wird, liegt heute im Stadtbereich von Hamm, etwa 2 km östlich der Altstadt. Obschon keine Reste der ehemals vorhandenen Bauwerke mehr vorhanden sind, sind die Ausmaße und die Aufteilung der Burganlage noch gut zu erkennen.

Bei der Anlage handelt es sich um eine sogenannte Turmhügelburg, die auch als „Motten“ bezeichnet werden. Sie gehört zu den größten westfälischen Bauwerken dieses Typs.

Bodeneingriffe auf dem Gelände der Burg Mark in den 1930er Jahren wurden zwar nicht archäologisch begleitet, erbrachten aber einige Fundstücke. Archäologische Untersuchungen fanden vergleichsweise erst relativ spät statt, nämlich in den 1970er Jahren. Diese ergaben allerdings keine umfassenden Erkenntnisse zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Anlage, auch konnten keine Gebäudereste nachgewiesen werden.

Nähere Informationen zur Anlage

Aufbau & Befunde

Die innere Struktur der Burg kann größtenteils anhand erhaltener Karten aus dem 17. und 18. Jahrhundert rekonstruiert werden. Ergänzt und teilweise bestätigt werden diese Informationen durch die archäologischen Grabungsergebnisse, bei denen die Ausbruchgräben der Fundamente der Bauwerke nachgewiesen werden konnten, die durch den völligen Abbruch von Burg Mark im 19. Jahrhundert entstanden.

Demnach war die Anlage ehemals zweiteilig und besaß eine Gesamtlänge von etwa 200 m. Sie wurde von einer Gräfte und einem flachen Wall umgeben, der Zugang erfolgte über eine Rampe im Nordosten.

Die ehemals 7 m hoch aufgeschüttete Hauptburg hatte einen Durchmesser von 60 m und war von einer etwa 1,50 bis 2 m breiten Ringmauer umgeben. Als wichtigstes Merkmal ist der unterkellerte und zweigeschossige Palas im Südwesten der Hauptburg zu nennen. Im Osten befand sich ein Torhaus zum Schutz der hölzernen Brücke, die die Haupt- und die Vorburg miteinander verband.

Die Vorburg, die 2 m hoch aufgeschüttet wurde, schließt sich im Nordosten an die Hauptburg an. Sie wurde ebenfalls durch eine Mauer umschlossen. Über ihre mittelalterliche Bebauung ist nichts bekannt.

Luftbild der Anlage (B. Song, 2016).

Funde & Datierung

Bei den archäologischen Ausgrabungen konnten nur verhältnismäßig wenige Funde gemacht werden. Neben einheimischer und teilweise aus dem Rheinland importierter Keramik steht ein Fragment einer gedrechselten Holzschale beispielhaft für die ehemalige Ausstattung der Anlage. Neben diesen Stücken wurden vor allem Waffenteile im Bereich der Burg aufgefunden. Besonders hervorzuheben sind hierbei ein vermutlich von hier stammendes Scheibenknaufschwert und ein Reitsporn aus ehemals vergoldeter Bronze.

Die Funde stammen größtenteils aus der Zeit zwischen 1200 und 1300. Dies deckt sich mit Schriftquellen, die die Hauptbelegungszeit von Burg Mark ebenfalls in diesen Zeitraum datieren lassen. Als Besitzer sind dabei die Grafen von der Mark zu nennen, die bis 1391 vor Ort residierten und dann die Anlage planmäßig verließen, was zu der relativen Fundarmut passt. Die besonderen Funde, wie beispielsweise der Reitsporn, sowie die imposante Größe der Anlage spiegeln die Wichtigkeit dieser Grafenfamilie für die Region wieder.

Reitsporn aus Bronze (C. Kneppe 2020).

Literatur

G. Eggenstein/ A. Haasis-Berner, Die Homburg und die Burg Mark, Kreisfreie Stadt Hamm. Frühe Burgen in Westfalen 19 (Münster 2002).

Weiterführende Literaturauswahl

G. Eggenstein, Vor, während und nach 1226 – Burg Mark. In: G. Eggenstein / E. Schwinzer (Hg.), Zeitspuren – Die Anfänge der Stadt Hamm. Ausst. Hamm, Notizen zur Stadtgeschichte 8 (Bönen/Westf. 2001) 75-80.

M. Frisch, Die Grafschaft Mark. Der Aufbau und die innere Gliederung des Gebietes besonders nördlich der Ruhr, Geschichtliche Arbeiten zur westfälischen Landesforschung 1 (Münster 1937).

C. Kneppe, Wie man ein Pferd beschleunigt? Gib ihm die Sporen! In: LWL-Archäologie für Westfalen (Hg.), 100 Jahre / 100 Funde. Das Jubiläum der amtlichen Bodendenkmalpflege in Westfalen-Lippe (Darmstadt 2020) 214-215.

U. Lobbedey, Zur Baugeschichte von Haus Mark. Die Ausgrabung auf der Motte im Jahre 1973. In: H. Zink (Hg.), 750 Jahre Stadt Hamm (Hamm 1976) 39-68.

H. Richtering, Adelssitze und Rittergüter im Gebiet der Stadt Hamm. In: H. Zink (Hg.), 750 Jahre Stadt Hamm (Hamm 1976) 125-157.