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Preußische Uraufnahme Westernkotten

Die Landwehr von Bad Westernkotten

Die spätmittelalterliche bis frühneuzeitliche Landwehr stellt das größte Bodendenkmal der Ortschaft Bad Westernkotten (Stadt Erwitte, Kreis Soest) dar. Ihr Verlauf ist heute noch abschnittsweise im Gelände sichtbar. Mit einer Gesamtstrecke von weniger als drei Kilometern lässt sich diese Grenzsicherung gut bei einem Rundgang erkunden.

Nähere Informationen zur Landwehr

Verlauf der Landwehr

Der ehemalige Verlauf der Dorflandwehr ist neben den erhaltenen Teilstücken von einer Karte aus dem 16. Jahrhundert bekannt. Demnach schützte die wohl kurz nach 1506 errichtete Anlage das Dorf Westernkotten im Norden, Westen und Süden, während im Osten das Feuchtgebiet „Kotener Bruch“ für einen natürlichen Schutz sorgte.

Plan aus dem 16. Jahrhundert

Bauweise und Bestandteile der Landwehr

Die Landwehr von Bad Westernkotten wurde nicht in Form einer klassischen Landwehr aus mehreren hintereinander gestaffelten Wällen und Gräben errichtet, die das landwirtschaftliche Umfeld der Einwohnerschaft schützen sollte, sondern war eine Art Ersatz für eine Stadtmauer.

Die Anlage bestand im Wesentlichen aus einem aufgeworfenen Erdwall sowie einem vorgelagerten Graben. Es ist davon auszugehen, dass der Wall – wie bei Landwehren allgemein üblich – dicht mit dornigem Gebüsch bewachsen war. Für wichtige Wegeverbindungen waren Durchlässe angelegt worden, die wohl mit Schlagbäumen (Schranken) gesichert waren. In einer späteren Ausbauphase (um 1630) wurden mehrere halbrunde Rondelle, also Artilleriebauwerke, hinzugefügt, die die Verteidigung des Dorfes effektiver gestalteten.

Rondell am Westwall

Funktion der Landwehr

Die Landwehr von Bad Westernkotten ist eine Besonderheit, da kleinere Dörfer in der Regel weder finanziell noch personell dazu in der Lage waren, eine solche aufwendige Anlage zu errichten. Die örtliche Salzproduktion führte jedoch zu einem gewissen Reichtum, sodass die Landwehr neben den Bewohnerinnen und Bewohnern vor allem die Salzquellen sowie die dazugehörigen Produktionsstandorte schützte.

Auch wenn die Westernkötter Landwehr Schutz bot, konnten Brandschatzungen und Zerstörungen nicht gänzlich verhindert werden. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) setzten die Truppen Christians von Braunschweig 1622 dem Dorf schwer zu.

Seit 1989 sind Nord- und Westwall in Bad Westernkotten in ihrer gesamten Länge als Bodendenkmal eingetragen. Das Wissen über ihre Funktion wird vom Heimatverein bewahrt und lebendig gehalten.

Straßenschild zur Landwehr

Literatur

W. Marcus/U.Steinkrüger, Die Landwehr von Bad Westernkotten, Stadt Erwitte, Kreis Soest. Landwehren in Westfalen 11 (Münster 2026).

Weiterführende Literaturauswahl

Gemeinde Bad Westernkotten (Hrsg.), Bad Westernkotten. Ein Heimatbuch (Lippstadt 1958).

Gemeinde Westernkotten (Hrsg.), Westernkottens Straßen, Wege und Plätze (Lippstadt 1945).

Wolfgang Marcus/Magdalene Jesse/Ferdinand Mönnig/Albert Richter [Hrsg.], Bad Westernkotten. Altes Sälzerdorf am Hellweg (Lippstadt 1987).

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